Mit der denkmalgerechten Sanierung und dem Umbau des historischen Hauses 7 entsteht die zentrale Kantine des neuen Polizeicampus in Magdeburg. Die Umnutzung verbindet den Erhalt der historischen Bausubstanz mit einer zeitgemäßen gastronomischen Nutzung und leistet einen wichtigen Beitrag zur Revitalisierung des ehemaligen Kasernenensembles.
Bestand und Transformation
Haus 7 gehört zu den zwischen 1884 und 1887 im Stil des hochgründerzeitlichen Historismus errichteten Funktionsbauten der ehemaligen Train- und Fußartilleriekaserne in Magdeburg. Gemeinsam mit dem gegenüberliegenden Haus 6 fasst das ehemalige Stallgebäude den zentralen Trainhof städtebaulich ein und ist Bestandteil der als Flächendenkmal ausgewiesenen Gesamtanlage.
Im Rahmen der Generalplanung für die Neustrukturierung der Polizeidirektion Nord, des Technischen Polizeiamtes und des Polizeipräsidiums Magdeburg wurde das denkmalgeschützte Gebäude umfassend saniert und behutsam zu einer modernen Kantine mit Vollküche umgebaut. Ziel der Maßnahme war es, die historische Identität des Gebäudes zu bewahren und gleichzeitig die baulichen Voraussetzungen für eine zeitgemäße und langfristige Nutzung zu schaffen. Dabei wurden die funktionalen Anforderungen eines modernen Gastronomiebetriebs sensibel in den historischen Gebäudebestand integriert.
Ergänzend wurde im Erdgeschoss ein eigenständiger Bereich für die Einsatzverpflegung der Polizeiinspektion eingerichtet. Dieser verfügt über einen separaten Außenzugang und kann unabhängig vom regulären Kantinenbetrieb genutzt werden. Durch die Verbindung einer denkmalgerechten Sanierung mit einer funktionalen Neuorganisation entstand ein zentraler Versorgungs- und Begegnungsort, der die historische Bausubstanz bewahrt und gleichzeitig den Anforderungen eines modernen Polizeistandorts gerecht wird.
Neue Nutzung im historischen Bestand
Mit einer Bruttogrundfläche von rund 1.500 m² beherbergt Haus 7 heute die zentrale Kantine des neuen Polizeicampus. Das Raumprogramm umfasst einen Speisesaal für rund 100 Personen, eine separate Kaffeestube mit etwa 20 Sitzplätzen sowie eine Vollküche mit den erforderlichen Lager-, Technik- und Nebenräumen. Die Kantine ist für eine maximale Gleichzeitigkeit von 120 Essensteilnehmenden ausgelegt, wobei sich die Besucherzahlen durch die zeitliche Staffelung der Mittagspause verteilen.
hks architekten BDA
Auftraggeber/Bauherrenschaft:
Land Sachsen-Anhalt vertreten durch Ministerium der Finanzen des Landes Sachsen-Anhalt
Techn. Büro Magdeburg (BLSA)
Leistungen: LPH 1-9
Planungszeit: 10/2015-12/2017
Bauzeit: 08/2022-12/2024
Bruttorauminhalt (BRI): 6.516 m³
Bruttogeschossfläche (BGF): 1.497 m²
Bau KG 300-400: 3,2 Mio. EUR
Projektleitung:
Michael Rommel
Matthias Hasler
Projektteam:
Michael Rommel
Matthias Hasler
Sascha Kipper
Arben Bajraktari
Romy Barth
Julia Wustrau
Projektfotos: Steven Neukirch
„Unser Anspruch war es, die Qualitäten des denkmalgeschützten Gebäudes zu bewahren und gleichzeitig eine zeitgemäße Nutzung zu ermöglichen. Die neue Funktion sollte sich selbstverständlich in den Bestand einfügen und dessen Charakter langfristig erhalten.“
Matthias Hasler