Bundesamt für Strahlenschutz, Neubau Ersatzgebäude K12
Der Neubau des Bundesamts für Strahlenschutz vereint eine markante architektonische Identität mit einer klar strukturierten Organisation der Arbeitsbereiche. Kommunikationsfördernde Räume, flexible Nutzungsmöglichkeiten und der behutsame Umgang mit dem vorhandenen Baumbestand prägen das Entwurfskonzept.
Grundkonzept
Ziel des Entwurfs war, die Entwicklung eines prägnanten, identitätsstiftenden Neubaus mit hoher Aufenthaltsqualität, der den Standort stärkt und sich klar in den Bestand einfügt. Die Architektur wurde bewusst unverwechselbar, jedoch ohne formale Übertreibungen oder unangemessene Materialität gestaltet.
Die markante, gerundete Y-Form mit zentralem Atrium definiert sowohl das Gebäudezentrum als auch einen neuen Mittelpunkt der Liegenschaft.
Flexible Bürostrukturen und Nutzungsformen
Im Erdgeschoss ordnen sich die zentralen Funktionen – Werkstätten, Bibliothek und Konferenzbereiche – um dieses Atrium, das Kommunikation, Orientierung und kurze Wege fördert. Das Foyer öffnet sich zum Vorplatz und bezieht den wertvollen Baumbestand ein. Die Gebäudeform reagiert auf den Kontext: Sie ermöglicht den Erhalt der vorhandenen Vegetation und schafft zugleich einen geschützten Betriebshof. Funktionale Bereiche wie Werkstätten, Büros und Nebenbauten wurden klar strukturiert und effizient organisiert.
Ein modularer, zweibündiger Grundriss gewährleistet flexible Bürostrukturen mit unterschiedlichen Raumgrößen und Nutzungsformen.
Durch variierende Gebäudetiefen entstand ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Kombi-, Großraum- und Einzelbüros.
Damit wurden zentrale Anforderungen moderner Arbeitswelten umgesetzt: flexible Raumstrukturen, Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Arbeitsformen sowie die Möglichkeit zur Kombination von konzentriertem Arbeiten und kommunikativen Zonen. Gleichzeitig wird ein wirtschaftlich effizienter und langfristig wandelbarer Gebäudebetrieb gewährleistet.
Nachhaltige Gebäudekonzeption
Auskragende Deckenelemente dienen als konstruktiver Sonnenschutz und reduzieren Wartungsaufwand. Ergänzt durch effiziente Licht- und Sonnenschutzsysteme entstand ein nachhaltiges und komfortables Arbeitsumfeld. Die offene Skelettbauweise sowie langlebige, nachhaltige Materialien ermöglichen eine hohe Anpassungsfähigkeit und langfristige Nutzung.
Gute Arbeitsbedingungen wurden durch flexible Raumaufteilung, angenehme Akustik, natürliche Belichtung und Lüftung erreicht.
BIM Pilotprojekt und BNB Zertifizierung
Das Gebäude wurde im Rahmen eines BIM-Pilotprojekts realisiert. Vorrangiges Ziel des Pilotprojekts war es, den Mehrwert der BIM-Methodik im Projekt zu erproben und sämtliche Planungsphasen einschließlich der Qualitätssicherung durch modellbasierte Kollisionsprüfungen digital zu begleiten. Darüber hinaus wurden einheitliche Standards für die Klassifizierung und Attribuierung von Bestandsmodellen entwickelt sowie die Weiternutzung der koordinierten Modelldaten für Ausschreibung, Vergabe und Abrechnung, Bauablaufsimulation, den Gebäudebetrieb und die Erstellung eines BfR-konformen As-built-Modells untersucht.
hks architekten BDA
1. Preis in einem 2-phasig offenen Realisierungswettbewerb
BIM-Pilotprojekt
Bauherr: Bundesanstalt für Immobilien
vertreten durch Bundesamt für Bauwesen &
Raumordnung
Leistungen: Gebäudeplanung LPH 1-9
Planungszeit: 05/2015 – 12/2017
Bauzeit: 08/2022 – 12/2025
Bruttorauminhalt (BRI): 20.626m³
Bruttogeschossfläche (BGF): 5.625m²
Bau KG 300-400 (brutto): 40 Mio. €
Projektleitung:
Andreas Kieser
Projektteam:
Anja Schnurr
Sebastian Plötner
Tilman Jarmer
Martin Werner
Manuel Amor
Fotos: Steven Neukirch
„Eine prägnante Gebäudefigur und ein offenes Raumkonzept bilden die Grundlage des Entwurfs für den Neubau des Bundesamts für Strahlenschutz. Das zentrale Atrium stärkt den Austausch innerhalb des Hauses, während die Gebäudeform den sensiblen Erhalt des bestehenden Landschaftsraums ermöglicht.“
Andreas Kieser